Seit fast drei Wochen schon sind die Philippinen unser momentanes Zuhause. Angekommen sind wir in Cebu City, eine nicht sehr schöne Stadt. Für uns war sie mehr oder weniger Mittel zum Zweck: Wir wussten, dass wir von dort nach drei Nächten mit dem Bus und der Fähre nach Bantayan reisen würden, wo es neben Sand, Meer und Palmen nicht so viel Anderes gibt.
Das wunderbare Inselparadies Bantayan mussten wir uns zuerst verdienen: Obwohl drei von uns vier ein Medikament gegen Reiseübelkeit eingenommen haben, hat uns die Fähre ein bisschen zu schaffen gemacht. Einzig und allein die Kleinste scheint Matrosin werden zu können, bei uns anderen drei ist da Hopfen und Malz verloren.
Einmal auf der Insel angekommen, haben wir unsere erste Unterkunft bezogen. Diese war einfach, aber sauber, hatte einen wunderschönen Garten und der Strand und das Meer waren nicht weit entfernt. Am dortigen Strand waren wir meistens alleine, das Meer lag ruhig und in allen möglichen Blautönen schimmernd vor uns. Und oftmals lagen wir natürlich im Meer, genossen das Baden im sehr warmen Wasser.
Nach fünf Nächten haben wir die die Unterkunft gewechselt. Unser zweites Inselzuhause lag direkt am Meer, was will man mehr? Weisser Sand vor dem Haus und hohe Palmen, deren Palmwedel sich im Winde wiegen. Ehrlich gesagt haben wir, und das war auch schon so geplant, nicht viel gemacht ausser gebadet. Das grösste Abenteuer waren wohl all die Fahrten mit den Tricycles (Töff mit so etwas wie einem Seitenwagen, in den man sich setzen kann und dorthin gefahren wird, wo man hin möchte). Für Amira war das mehrmalige Schnorcheln sicherlich ein tolles Erlebnis. Sie musste nicht weit raus schwimmen, damit sie schon ein paar verschiedene Fische und Korallen sehen konnte.
Worüber ich sehr gestaunt habe: Die Philippinen scheinen, wenn man sich umhört, nicht gerade das ultimative Asienziel zu sein. Trotzdem hatte es auf der Insel so einige Touristen. Wir sahen diese vor allem abends, wenn wir essen gingen. Philippinisches Essen zu finden war gar nicht so einfach. Pasta, Steinofenpizza oder Hamburger hingegen aber schon.
Schon vor vierzehn Jahren, als ich auf den Philippinen lebte, habe ich mich hier sehr wohl gefühlt. Auch dieses Mal habe ich mich sofort heimisch gefühlt: Die philippinische, zurückhaltende, aber doch interessierte Mentalität sagt mir sehr zu. Tagalog (philippinisch) verstehe ich nach wie vor recht gut und natürlich nutze ich jede Möglichkeit zum Sprechen. So erfahre ich am letzten Tag am Strand von einer Familie, dass sie heute den Geburtstag der Grossmutter feiern. Dafür haben sie eigens eine ganze Karaokeanlage (Karaoke ist hier praktisch ein Nationalsport) an den Strand geschleppt. Die ganze Familie schien dabei zu sein. Ganz philippinisch wird mir Bier und Essen angeboten und das Buch mit der Liederauswahl in die Hand gedrückt. Da ich aber vor vierzehn Jahren einmal so schlecht gesungen habe (es gab damals so einen Apparat mit Gesangsbewertung), lasse ich das lieber bleiben.