In Manila der Armut zu begegnen ist nicht schwierig. Kennt man die Menschen persönlich, dann kann ein solches Zusammentreffen sozusagen auch seine komischen Seiten haben: Wir Besucher durchblicken und verstehen vieles nicht sogleich und stellen dann manchmal lustige Fragen. Mir zumindest ging das ab und zu so. Meistens haben solche Begegnungen aber etwas Trauriges und eigentlich bringen sie uns immer zum Nachdenken.
Die Geschichte: Während wir auf ein Fahrzeug warten, das uns von einem Ort an einen anderen fahren soll, steht da dieser Mann. Er verdient ein paar Pesos damit, Menschen, die auf Jeepneys warten, den Fahrzeugen zuzuweisen. Bezahlt wird er vom Fahrer, der so ein besser gefülltes Jeepney hat. Dieser Zuweiser steht aber nicht alleine an dieser furchtbaren, dreckigen und lauten Strasse. Sein vielleicht dreijähriger Junge steht ebenfalls dort. Ein wenig abseits sitzt auch die Mutter des Jungen. Und was wir erst später sehen ist das Baby, das ebenfalls dort liegt. Der Mann weist also die Menschen einem Fahrzeug zu, als sich sein Junge ganz selbstverständlich auf einen Karton am Boden legt. Nun unterbricht der Mann seine Arbeit. Er setzt sich neben den Jungen und fängt an, diesem über den Rücken zu streicheln. Auf und ab, auf und ab, auf und ab. Solange bis der Junge mitten am Tag einschläft. Die Zuneigung und die Liebe, die dieser Mann mit dieser Geste ausdrückt, werde ich wohl nicht mehr vergessen. Als sein Kind dann schläft, macht er sich wieder an die Arbeit.